Vom Vulkanausbruch

Mama Lupo, 2017-08-31

Mein Sohn liebte seine Flaschennahrung sehr! Jedoch hatte er seine eigene Art die Mahlzeiten zu sich zu nehmen: Wie ein von der Wüste ausgetrockneter kleiner Leguan hastete er gierig jedes mal die gesamte Mahlzeit in sich hinein. - ZUM WEITERLESEN BITTE DEN TITEL ANKLICKEN!

Er trank sein Fläschchen mit einem Zug aus, wie ein Bauarbeiter sein Bier nach einem sonnigen Arbeitstag. Dies hatte jedoch zur Folge, dass er gleichzeitig die Menge an Luft schluckte, die einen Heißluftballon von Wien nach Paris hätte bringen können. Wie man sich unschwer denken kann, mündete dies stets in heftigen Beschwerden des kleinen Verdauungstraktes.

Jedes Mal, wenn ich ihn für‘s „Bäuerchen machen“ anhob und er gerade mit seinem Köpfchen an meiner Schulter zu lehnen kam, ergoss sich die weißliche Milchbrühe wie ein Vulkanausbruch und floss noch schön magenwarm über mein Haar und über meinen Rücken. Wie praktisch war es doch, dass ich zu dem Zeitpunkt noch einen langen Zopf trug, der viel aufzusaugen vermochte. (Igitt!)

Wer mich kennt, der weiß, dass ich so einiges auf mich nehmen kann, aber Erbrochenes ist echt nicht mein Ding! Furchtbar angeekelt, aber dennoch mein Baby beruhigend, traten wir regelmäßig den Gang ins Bad an. Sicherlich verbrachte ich damals den halben Tag mit Duschen, Umziehen oder dem Waschen der angeferkelten Wäsche. Der kluge Rat von anderen, einfach die Milchnahrung zu wechseln, brachte auch nichts und ebenso wenig ein anderer Sauger an der Flasche.

Als ich mich schon fast damit abgefunden hatte, den „Weißen Riesen“ (Anm.: Waschmittel für besondere Bedürfnisse) als besten Freund zu haben und den Rest meiner Tage zwischen Badezimmer und Waschküche zu verbringen, erzählte mir eine Bekannte von Fencheltee und Kümmel. Das schien mir aber dann doch ein bisschen zu einfach, nach alldem, was ich schon ergebnislos probiert hatte.

Andererseits: Was hatte ich denn noch zu verlieren?!

Voller Tatendrang fing ich an, jede Flaschennahrung mit einer Mischung aus Fencheltee und Kümmel anzurühren und siehe da: Das einfache, kostengünstige Hausmittelchen war schier eine Wunderwaffe.

Herrn Fencheltee, Frau Kümmel und mich verbindet nun schon eine 22jährige Freundschaft und ich gewann damals die Erkenntnis, dass das Leben manchmal so einfach sein kann

Bis nächste Woche,

Eure Kanga Mama Lupo