Wie konnte ich nur

Mama Lupo, 2017-08-25

Nachdem sich mein erster Wonneproppen reichlich Zeit für seine Reise nach Extern ließ, verbrachte ich schon 10 Tage vor der Geburt im Krankenhaus und,- da erst gebärend-, auch danach noch 5 weitere. Diese 15 Tage im Vakuum der Geburtenstation hatten zur Folge, dass ich sofort nach Entlassung in den kalten November, krank wurde. - UM WEITERZULESEN BITTE DEN TITEL ANKLICKEN. Danke!

Es war aber nicht nur eine starke Erkältung, sondern sehr hohes Fieber machte mir ebenfalls zu schaffen. Vom Arzt wurde mir mit strengen Blick mitgeteilt, dass ich ab 39 Grad Temperatur das Stillen meines Säuglings zu unterlassen hätte. Das war für mich vorerst kein Problem, da bei mir auch nach der Geburt der Milcheinschuss ausblieb. So sehr wir beide uns bemühten, es musste nach jedem Versuch ein Fläschchen her, damit mein schmales Baby eine Chance auf Gewichtszunahme hatte. So verbrachte ich die ersten 2 Wochen zu Hause damit, den Tagesablauf mit meinem Familienzuwachs einzuspielen, gesund zu werden und auch den Rest in den Griff zu bekommen. Und das war gar nicht so einfach.

Nachdem ich wieder fieberfrei war, -mein Sohnemann jedoch keinen einzigen Tag angelegt werden durfte-, war (oh Wunder) auch nach all der Zeit keine Milch zu spüren oder zu sehen. Da Raphael sich aber gut an die Flaschennahrung gewöhnt hatte, machte ich mir darüber keinen Kopf. Jedenfalls bis zu unserem ersten gemeinsamen Besuch beim Kinderarzt. Er war sehr darüber aufgebracht, dass ich bisher nicht stillen konnte (er kannte sich da ja bestens aus, nachdem er schon so viele Kinder selbst zur Welt gebracht hatte) und gab mir mit auf den Weg, dass dies die beste, ja schier einzige Möglichkeit war, mein Kind gesund groß werden zu lassen.

Gewissensbisse plagten mich fortan und ich wollte mir gar nicht das Ausmaß meines Fehlverhaltens im Details ausmalen. Wie konnte ich nur?
Was ist mir denn eingefallen, nach der Geburt krank zu werden und meinem Neugeborenen die Brust zu verwehren? Selbst mit beinah 40 Grad Fieber wäre es meine verdammte Pflicht gewesen, ihm den bestmöglichen Start ins Leben zu geben.

Nachdem der Arzt meines „Vertrauens“ (oder war es doch einfach nur der einzige im Ort?) genau wusste, dass die Umgewöhnung von Flasche auf Stillen auch jetzt noch möglich war, machten wir uns zu Hause frisch ans Werk. Bei jeder Mahlzeit bot ich meinem Hosenscheißerchen (Anmerkung: österreichischer Ausdruck für Wonneproppen) den natürlichen Weg der Nahrungsaufnahme an, weil SICHER IRGENWANN die Milch kommen würde, wenn wir uns nur beide richtig anstrengten. Jeder Versuch mündete in einem hysterisch-verzweifelten Aufbegehren meines Sohnes, der doch so gerne einfach satt geworden wäre. Dies wurde genauso oft mit meiner Kapitulation gekrönt und das Fläschchen fand wieder den Weg ins seinen Mund.

Der mir zugesagte Milcheinschuss blieb meinen dafür vorgesehenen Drüsen verwehrt und so wuchs Raphael, ganz gegen jede Prognose von Dr. xy, sehr gesund heran. Wir wechselten den Arzt und lebten glücklich, bis die feste Nahrung ins Spiel kam (Hui!).

Bis nächsten Donnerstag,

Eure Kanga Mama Lupo

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